1. Grundgedanke und Einordnung

Dieses Video widmet sich folgendem Lernziel: bei Unsicherheit oder Verdacht eine geeignete Reaktion wählen. Verfolgen Sie die Entscheidungen im Beispiel, statt nur eine Liste auswendig zu lernen. Achten Sie auf Beteiligte, benötigte Informationen und erwartetes Ergebnis. Diese Punkte helfen, den Inhalt in eine überprüfbare Praxis zu übertragen. Ein Verhaltenskodex übersetzt Grundsätze in Orientierung für berufliche Entscheidungen. Nutzen Sie diesen Kurs zusammen mit dem tatsächlich eingeführten Kodex der Organisation. Die Beispiele helfen bei der Einordnung von Situationen und schaffen keine internen Regeln, die die Organisation nicht genehmigt hat.

Eine Regelfrage, ein Fehler und der Verdacht auf Fehlverhalten benötigen nicht immer denselben Weg. Der Kodex sollte Beratungs- und Meldewege benennen. Eine Auskunft vor dem Handeln kann Verstöße verhindern. Beschreiben Sie bei einem Verdacht Tatsachen und nutzen Sie den passenden Kanal. Die unmittelbare Führungskraft kann ungeeignet sein, wenn sie selbst beteiligt ist.

Hier gilt die folgende Regel: Der Médiateur fédéral / Federale Ombudsman nimmt Meldungen zum Privatsektor entgegen und koordiniert sie. Er nimmt auch Meldungen über Integritätsverletzungen im öffentlichen Sektor des Bundes entgegen. Sektorale und territoriale Zuständigkeiten bleiben relevant. Das Föderale Institut für Menschenrechte unterstützt Hinweisgebende; diese Aufgabe ist von Ermittlungen zu unterscheiden.

2. Praktische Anwendung und Nationale Regel

Klären Sie, ob Sie eine Auskunft, eine Korrektur oder eine Meldung zu einem möglichen Verstoß benötigen. Prüfen Sie Kontakte und sichern Sie relevante Informationen. Besprechen Sie den Fall nicht in informellen Gruppen und drängen Sie Kollegen nicht zur Bestätigung einer Darstellung. Nutzen Sie die vorgesehene Alternative, wenn die erste Ansprechperson einen Interessenkonflikt hat. Beachten Sie beim Meldekanal seinen Anwendungsbereich und seine Voraussetzungen. Machen Sie aus diesem Verfahren zunächst eine Abfolge, die Sie einer Kollegin oder einem Kollegen erklären können. Bestimmen Sie die erste Prüfung, die vom Ergebnis abhängige Handlung und den Nachweis, anhand dessen sich die Entscheidung nachvollziehen lässt. Verfolgen Sie die Abfolge auf dem Bildschirm und suchen Sie den Punkt, an dem ein Fehler das Ergebnis verändern würde.

Eine beschäftigte Person erhält widersprüchliche Anweisungen zu einem Geschenk und bittet vor der Annahme um Auskunft zum Kodex. In einem anderen Fall verlangt eine ausdrückliche Anweisung, eine Dokumentenänderung zu verbergen. Diese Tatsachen können eine Meldung über den passenden Kanal und weitere erforderliche Maßnahmen begründen. Lesen Sie den Fall jetzt aufmerksam. Unterscheiden Sie beschriebene Tatsachen von Informationen, die Sie noch bestätigen müssten. Ergänzen Sie keine Absichten oder Ereignisse, die nicht genannt wurden. Diese Unterscheidung hilft, eine zur verfügbaren Information angemessene Antwort zu wählen.

3. Praxisfall und Kernpunkte

Die Übung lautet: Was unterscheidet eine Bitte um Regelauskunft von der Meldung von Tatsachen, die auf einen Verstoß hindeuten? Wählen Sie eine Antwort und begründen Sie sie in einem Satz. Vergleichen Sie Ihre Entscheidung während der Pause mit den gerade besprochenen Kriterien. Überlegen Sie auch, welchen Nachweis Sie aufbewahren würden, um die Entscheidung später zu erklären.

Die Auskunft klärt, wie zu handeln ist. Die Meldung teilt einen möglichen Vorfall mit. Die Wege können zusammenhängen. Inhalt und Risiko bestimmen jedoch die Wahl. Unsicherheit darf nicht automatisch zu einer Beschuldigung werden.

Folgender Fehler ist zu vermeiden: jede Angelegenheit an die Führungskraft richten, auch wenn sie selbst beteiligt sein könnte.

Wenden Sie die nationale Regel nun auf eine zweite Entscheidung an. Eine Beratungsseite wird als einzige Anlaufstelle für jede Meldung genannt. Welche Kontrolle fehlt?

Zuständigkeit und Aufgabe der empfangenden Stelle müssen geklärt werden. Beratung, externe Entgegennahme, Untersuchung und Schutz können unterschiedlichen Stellen obliegen. Prüfen Sie außerdem die nationalen Voraussetzungen des gewählten Weges. Die Nutzerinformation muss zum passenden Verfahren führen, ohne gesetzlich nicht vorgesehene Schritte zu verlangen.

Merken Sie sich diese drei Punkte. Erstens: Zweifel und Verdacht unterscheiden. Zweitens: Den passenden Weg nutzen. Drittens: Personen nicht informell bloßstellen.

Nehmen Sie zur Anwendung das Verfahren Ihrer Organisation zur Hand oder überlegen Sie, wie Sie es aufbauen würden. Finden Sie einen Unterschied zwischen diesem Verfahren und dem gerade gelösten Fall. Schreiben Sie auf, welche Änderung Sie vorschlagen und welche Informationen Sie zur Begründung benötigen. Diese kurze Aufgabe können Sie auf dem Begleitblatt zum Video bearbeiten.

Das Lernziel dieser Einheit lautet: bei Unsicherheit oder Verdacht eine geeignete Reaktion wählen. Sehen Sie sich bei Unsicherheit die erläuterte Antwort erneut an und bewahren Sie die Zusammenfassung als Unterstützung für spätere Entscheidungen auf.

Verknüpfen Sie Ihren Vorschlag auf dem Arbeitsblatt mit der nationalen Regel dieses Videos. Benennen Sie das zu ändernde Dokument oder Plattformfeld und die für die Freigabe zuständige Person. Handelt es sich um eine Empfehlung für die Praxis, erläutern Sie das zu verringernde Risiko. Liegt eine gesetzliche Pflicht vor, dokumentieren Sie ihre Quelle und ihren Anwendungsbereich.

Nationaler Rechtsrahmen: Loi du 28 novembre 2022 / Wet van 28 november 2022, in Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden.